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Kölner Retrotreff meets Computermuseum Cologne - ein Rückblick
Das Computermuseum Cologne (CMC) feierte am Samstag, den 07.03.2026, eine gelungene Premiere, die gleichzeitig ein Comeback war: Gemeinsam mit Hardy Ullendahl und Thomas Müller, die Leserinnen und Lesern unseres Blogs nicht unbekannt sein dürften, sowie Lukas Müller wurde der Faden dort wieder aufgenommen, wo ihn die Organisatoren früherer Treffen wegen Corona haben fallen lassen müssen.
Wir vom CMC freuten uns über die wirklich tolle Chemie (oder sollte besser Kompatibilität gesagt werden?), die zwischen den Retrotrefflern und dem Team des CMC herrschte. Schnell wurde also der Plan gefasst, einen Probelauf zu starten, indem wir sehr behutsam in ausgewählten Foren über die Veranstaltung informierten, um in zunächst kleinerem Rahmen sicherstellen zu können, dass Räumlichkeiten, Stromversorgung usw. für unsere Gäste ausreichend sein würden. So kamen wir dann mehrfach zusammen und bereiteten gemeinsam jenes Event vor, das - so viel sei vorab gespoilert - für Begeisterung bei den Besuchern sorgte.
Die Zukunft der Vergangenheit
Los ging es indes mit Vorfreude. Bevor sich die Räumlichkeiten des Schulzentrums Buchheim gefüllt hatten, erwarteten wir mit Spannung die Gäste, die sich und ihre Geräte bzw. Projekte angemeldet hatten.
Was wird auf dem Atari VCS gezeigt (s. Foto unten)?
Nintari 2600: Homebrew-Jump and Run, das irgendwie vertraut wirkt (Quelle: Foto der Veranstalter mit besonderem Dank an den “Telespielator”)
Ist das Vectrex in gutem Zustand und gibt es eine Mine Storm-Folie zu sehen, die mir persönlich in der Sammlung fehlt?
Wie wird der C64 Ultimate überzeugen können? Dieser markierte im letzten Jahr die Wiederkehr eines “originalen” Commodore (Firma wie Produkt) und veranlasste das Return-Magazin dazu, sein 64. (!) Heft den Abonnentinnen und Abonnenten eine Woche später zuzusenden, um den Bericht über das Gerät noch einbauen zu können.
Und schließlich die kurzfristig aufgekommene Frage: Wird der Portable 64 in Präsenz so verzücken wie auf Fotos und im Video?
Oder, um die beiden letzten Fragen rund um den C64 zuzuspitzen: Sehen wir hier die Zukunft der Vergangenheit?
Zwei, die stolz sein können: Museumsgründer Nihat Sevinc (l.) und Kevin Noki, Designer des Portable 64 (Quelle: Foto der Veranstalter mit besonderem Dank an Kevin Noki)
Schwerpunkt auf Commodore
Die letzten Zeilen lassen es erahnen: Deutschland war und ist Commodore-Land! So verwunderte es nicht, dass neben dem C64 auch der Amiga, der VC-20 und auch Laufwerke wie das 1571 ihr Stelldichein gaben. Allein eine Hand voll Ultimates konnte gesichtet werden, dazu auch die ein oder andere Station, an der Amigas mit (für damalige Zeiten) atemberaubenden Arbeitsspeichergrößen liefen.
Dass beispielsweise Atari nur in Form eines VCS vertreten war, überraschte dann aber vielleicht doch ein wenig; ebenso, dass Konsolen quasi keine Rolle spielten (neben den erwähnten VCS und Vectrex war nur noch ein Sega Saturn aufzufinden). Dafür aber gab es eine doch ungewöhnliche Liaison von C64 und Wii Balance Boards (ja, genau, die von Wii Fit). Letztere wurden zum Eingabegerät für das Spiel Decathlon auf dem C64 - Spaß und vielleicht ein wenig Schweiß inbegriffen!
Auf die Plätze, fertig, los: Decathlon auf dem C64…und Balance Boards (Quelle: Foto der Veranstalter mit besonderem Dank an Hardy)
Neben dieser launigen Beschäftigung, in der es übrigens sowohl Hardy Ullendahl als auch Frank Erstling vom Return-Magazin gelang, unter 13 Sekunden zu bleiben (bärenstark!), waren Raum und Bildschirme oft auch mit anderen, eher spielerischen Dingen gefüllt: Demos, mehrfach das Spiel “The Chaos Engine” von den Bitmap Brothers (ein Geheimtipp unter Retrotrefflern?) und vor allem der Sound des SID-Chips, zu erstaunlichem Volumen getrieben durch einen Marshall-Verstärker, ließen nicht bloß das Retroherz höher schlagen, sondern machten die goldene Ära insbesondere von Commodore erlebbar.
Exquisites für Auge und Ohren: Setup eines Gastes des Retrotreffs (Quelle: Foto der Veranstalter mit besonderem Dank an Maurice)
Der Commodore 64 Ultimate und auch der Portable 64 krönten den Retrotreff für Commodore-Enthusiasten. Gerade der Portable 64 war als Einzelstück nicht bloß chic, sondern beeindruckte mit seinem soliden Gehäuse nebst (ebenfalls 3D-gedruckter) Tastatur, seinem exquisiten Design und freilich der vertrauten Benutzeroberfläche. Doch auch der Ultimate überführt viele verloren geglaubte Momente in die Gegenwart und wartet dabei mit Funktionen auf, die zeitgenössischen Komfort in die 8-Bit-Nostalgie bringen.
Bastler und persönliche Geschichten
Die Aufzählung von Commodore-Rechnern greift indes zu kurz: Was die Gäste des Retrotreffs präsentierten, war ebenso interessant und bewundernswert wie der offene, kooperative und kumpelhafte Spirit, der die Gespräche über die Tischgrenzen hinweg durchzog.
Während hier mal mit dem Brennen von PLAs ausgeholfen wurde, wurde dort an einem durch einen Gast mitgebrachten Diskettenlaufwerk (freilich 5,25”), das nicht so recht funktionieren wollte, gemeinsam geprüft, diagnostiziert und getestet. Fast möchte ich als Nicht-Aussteller und Person mit zwei linken Händen sagen, dass ich wohl nie in meinem Leben weniger Berührungsängste vor der praktischen Auseinandersetzung mit Chips, Lötkolben und sonstigen Komponenten und Werkzeugen gehabt habe.
Geteilte Freude ist doppelte Freude: Bastler beim Retrotreff (Quelle: Foto der Veranstalter mit besonderem Dank an Frank)
Die Offenheit und freundliche Grundstimmung, die über dem Raum lag, erleichterte zudem das Erkunden der Projekte und Leidenschaften, die die Gäste in Form von Geräten mitgebracht hatten. Dabei reichte es von der persönlichen Geschichte eines programmierten Weckers auf dem Tandy TRS-80 Model 100 über das nostalgische Schwelgen in LAN-Party-Erinnerungen an Warcraft bis hin zum bastelverliebten Vorzeigen des geplanten Gehäuses, in dem eine ACS-77 Uhr mit ihrem Zilog Z80-Prozessor eingefasst sein wird.
Ein audiovisuelles Spektakel für Retro-Fans: Der melodische Wecker auf dem TRS-80 Model 100 (Quelle: Foto der Veranstalter mit besonderem Dank an Achim)
Eine Sache, die mir an dieser Stelle besonders wichtig ist: Leserinnen und Leser oder auch Schülerinnen und Schüler, die dies hier lesen und sich von den Begrifflichkeiten eingeschüchtert fühlen, würden diese Einschüchterung angesichts der offenen, zugänglichen und freundlichen Gäste des Retrotreffs sicher direkt vergessen. Umgekehrt wurde ich oft angesteckt von der Begeisterung der Leute, die ihrerseits zugleich persönlich und sachlich über ihre Projekte berichteten.
Treff over
Über Gesprächen, begutachteten Geräten und Spielereien war der Tag alt geworden und neigte sich dem Ende zu. Zwar leerte sich der Raum des Treffens nicht schlagartig, aber doch beständig, bis nur noch die bereits aufräumenden Organisatoren der gemeinsamen Veranstaltung vor Ort waren. Vielleicht lag es an den Eindrücken des Tages, vielleicht an der gelebten Begeisterung für Technik von Gestern, aber auch Heute, vielleicht auch an der Stille des zuvor mit freudvollen Gesprächen gefüllten Raumes, doch mich befiel meinerseits eine wohlige Nostalgie. Dies also war das Event gewesen, in dem der Kölner Retrotreff und das Computermuseum Cologne gemeinsam Sinn und Zusammenhalt, Austausch und Interesse stifteten. Schade, dass es nun vorbei ist, denke ich auch beim Schreiben dieser Zeilen. Ich wünsche uns und den Leserinnen und Lesern, dass es nicht das letzte Treffen war!
Ein starkes Team: Das Computermuseum Cologne (CMC) und der Kölner Retrotreff (KRT) beschließen den Tag mit einem Gruppenfoto (oben v.l.: Konstantin Jediss (CMC), Thomas Müller (KRT); unten v.l. Holger Faupel, Nihat Sevinc (beide CMC), Hardy Ullendahl, Lukas Müller (beide KRT) - (Quelle: Foto der Veranstalter mit besonderem Dank an alle Teilnehmenden sowie ganz besonderem Dank an die Kollegen vom CMC und dem Kölner Retrotreff!)
Konstantin Jediss (KJ)
Wenn der selbsternannte Teilzeit-Nerd gerade nicht über Retro-Spiele liest oder schreibt, veranstaltet er videolympische Turniere, leitet DSA-Runden oder wundert sich, dass sein Praktikum bei GameOne schon so lange her ist.